Kurzer Einblick in die neurologische Behandlung

Warum „ein bisschen Gymnastik“ nach einem Schlaganfall nicht reicht Wenn das Gehirn durch eine Krankheit oder einen Schlaganfall verletzt wird, ist das erst mal ein Schock. Die gute Nachricht ist: Unser Gehirn ist unglaublich clever. Es kann sich reparieren und neue Wege im Kopf bauen, um verlorene Funktionen (wie das Bewegen eines Arms oder das Gehen) wieder zu lernen. In der Fachwelt nennt man das Neuroplastizität. Die schlechte Nachricht: Viele Therapien in den Praxen sind viel zu sanft, um diesen Reparatur-Mechanismus überhaupt zu starten. Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre zeigen ganz deutlich, wo das Problem liegt. Das Gehirn lernt nur durch „Schwitzen und Wiederholen“ Stell dir vor, du willst eine neue Sprache lernen. Wenn du zweimal pro Woche für 15 Minuten drei Vokabeln hörst, wirst du die Sprache nie fließend sprechen. Genau so füttern wir aber oft unser Gehirn in der Therapie. Große internationale Studien (wie die sogenannte VECTORS- oder EXCITE-Studie) haben bewiesen: Das Gehirn braucht Masse und Reize. Um einen gelähmten Arm wieder zu aktivieren, muss dieser Arm im Alltag benutzt und die Bewegung tausende Male wiederholt werden. In der Realität sieht es oft so aus: Der Patient geht zweimal die Woche zur Physio, der Therapeut bewegt den Arm […]